...die Sicht der Dinge...

Philosophie der Kollektion | Konzeption


Es sind meine Lieblingsteile, die mich schon immer begleiten und signifikant für meine Handschrift und somit für eine absolut persönliche Kollektion sind.
Auf ihre Kernaussage konzentriert erweisen sie sich oft als Archetypen eines weltumspannenden Ethno-Stils, - allerdings nicht im Sinne von alternativem Öko-Flair oder folkloristischer Verkleidung, – sondern vielmehr als "everydays Maharani-Style " oder " urbane Ethno-Eleganz "  :

  • URBANE ETHNO-ELEGANZ - Ornamentik und prächtige Materialien so unaufgeregt eingesetzt, dass die Designs entspannt, souverän und selbstverständlich wirken . 
  • ETHNO-COUTURE als Verschmelzung von Ethno-Elementen, modernem Design und artisanaler Schneiderei zu couturiger Nonchalance. 

Der Schnittpunkt zwischen starrer Opulenz und nachlässigem"Öko-Ethno"-Stil wäre etwa ein SeidenSari, ganz ungezwungen als drapierte  Rockform, betont durch eine indische Sari-Borte, dazu ein schmales, besticktes Top. Damit kann man, als "everydays Maharani " Gemüse kaufen oder aber, mit üppigem Schmuck, edlem Schuhwerk und Stola, als souveräne Stilikone zu einem  Event auftreten.

  • Archetypen | Ethno & Couture

  • Ein Archetypus ist reduziert auf das Wesentliche, die Essenz einer (Bekleidungs-) Form und unterliegt somit nicht dem Aktualitätsverlust von zeitgeistlich verhafteten Objekten, die als eine Art "Merkmals-Konglomerat" keinen echten Kern haben.
    Ich schätze diese Eigenschaft sehr als wertbeständige Basis, auf der ich meine eigene Formensprache entwickeln kann.

    Es sind zum Einen die zeitlosen Gewandformen, wie sie seit Jahrhunderten über kulturelle und geographische Grenzen hinweg getragen werden und dabei nichts an Funktionalität oder Schönheit verloren haben. Der elegante Sari, der lässig-feminine Sarong, die Kaftan-Bluse, das Etui- (Cheongsam- )Kleid, das Chasuble, die Thai-Hose....An Praktikabilität kaum zu übertreffen, bieten Wickel-und Binde-Variablen zudem noch ganz wunderbar persönliche Passform-Optionen.

    Hinzu kommen die modernen Archetypen der Couture. Reduziert auf die pure Form, steht das Skulpturale, geprägt von ausgefeilter Linienführung und Konstruktion, im Mittelpunkt. Bei diesen Formen zeigt sich wie aufmerksam und detailliert eine Silhouette ausgearbeitet wurde - denn nichts wird durch Oberflächlichkeiten verwischt. Man erkennt augenblicklich das Besondere in Ihnen, – sie scheinen über jeden Zweifel erhaben in Ihrem Streben nach der puren, perfekten Linie.

  • Luxus | Individualität & Einzigartigkeit

  • Alle Modelle werden im eigenen Atelier gefertigt, – einzeln, aufwändig und liebevoll in Handarbeit. So entsteht ein Höchstmaß an Individualität und Authentizität. Die Sehnsucht danach ist aus der Gleichförmigkeit und Beliebigkeit von Waren erwachsen, die erst künstlich durch Marketingstrategien emotionalisiert werden müssen.
    Der Wunsch nach individuellem Ausdruck und Persönlichkeit liegt in der Natur des Menschen. Und so habe ich habe es immer als ausgesprochen luxuriös empfunden, ein Modell als Einzige zu besitzen; - die Gewissheit zu haben, das einem Niemand begegnen kann, der das gleiche Stück trägt, das darf man wohl recht exklusiv nennen.
    Im gehobenen Lifestyle-Segment definiert sich der Luxusbegriff zunehmend erfrischend zeitgemäß über den Anspruch an Nachhaltigkeit, Individualität, Einzigartigkeit. Diesen Wunsch nach dem Besonderen können reine Status-Objekte nicht unbedingt erfüllen, wenn sie letztendlich, auch noch so noble, Stangenware sind.

  • Herzblut | Nachhaltigkeit

  • Die Kollektion entwickelt sich, immer aufbauend auf bereits vorhandenen Designs, im eigenen Rhythmus weiter. So kann man sein "Lieblingsteil" immer wieder neu und anders ergänzen - oder sich sogar ein persönliches Ergänzungsteil anfertigen lassen.
    Ich verwende zuviel Herzblut an die Entwicklung von Modellen, als dass ich sie nach jeder Saison verwerfen würde, sie sind schon immer "länger-wertig" angelegt. Dass sich der Gedanke der Nachhaltigkeit soweit etabliert hat, bedeutet für mich ein deutlich stimmigeres, weil (an)erkanntes Design-Lebensgefühl.

    Es werden edle Materialien, Antik- und Vintage-Saris verarbeitet, die den Unikat-Charakter der Kollektion unterstreichen. Eine Idee ist es, "zer-liebte" Modelle ins Atelier zurück zu geben, um die Stickerei oder die hübschen Knöpfe, die einem schon eine Weile begleitet haben, in ein neues Modell einarbeiten zu lassen.

  • Stilikone 

  • Die Kollektion ist für Persönlichkeiten gemacht, die das Zeug zur Stilikone haben. Eine Solche stellt das eigene Gefühl für Stil über jegliche Gruppendynamik und orientiert sich nicht anTrends.
    Eine Stilikone weiß genau wer Sie ist und betont das ganz souverän mit den Elementen der Kollektion, die sie stilsicher einzusetzen vermag. Es ist eine Frau, die den legendären  " bohemian & arty "- Chic einer Talitha Getty inspirierend findet, – so wie schon Yves Saint Laurent.
    Sie fällt auf, nicht exaltiert, sondern so, wie sie in sich selbst ruht, – sie ist Stil.
    Mode sollte der Rahmen für eine Persönlichkeit sein; – und nicht die Person versuchen müssen, einen Rahmen auszufüllen.

  • Sinnlichkeit

  • Das Thema Sinnlichkeit ist der eingewebte rote Faden in meinem ganzen Tun. Dinge sollten ein sinnliches Erlebnis bieten, sich wundervoll anfassen, zum Berühren verführen. Dieses Erleben scheint über App-Streicheln und online-shoppen leider irgendwie verloren gegangen zu sein.

    Schon beim Stoffe aussuchen stelle ich mir vor, wie sich das Stück beim Tragen anfühlt, es jemanden umschmeichelt und Wohlgefühl bereitet. Konstruktion bedeutet weiche oder konturierte Volumen ausbilden, dem Körper folgend, den Fluss der Linie optimierend, betonend oder kaschierend.
    Die Hände, die ein Modell erarbeiten schenken ihm ungeteilte Aufmerksamkeit, es wird gestreichelt, glatt gestrichen, begutachtet, zurecht gezupft, bestickt und Stich für Stich vollendet.
    Das Ding, das da erdacht, komponiert, modelliert, und an das solange Herz und Hand angelegt wird bis man es endlich anziehen kann, hat eine so einfache wie essentielle Bestimmung – es soll schön machen ! – und sich auch so anfühlen!
    Im besten Fall wird es eins mit den Träger, wird zur attraktiv-authentischen Erscheinung einer Person, die mehr einschließt als die reine Optik.
    Ich hoffe etwas Sinnlichkeit in die Kollektion einarbeiten und damit transportieren zu können, Sinnlichkeit erlebbar zu machen.

  • " Island Effect " |  kreatives Leben außerhalb der Metropolen 

  • Immer wieder bin ich mit der Vorstellung konfrontiert, dass es wahre Kreativität ausschließlich in den Metropolen der Welt geben kann. Dagegen habe ich immer wieder gerne die Situation der Kreativen in Island angeführt, die, so wunderbar Eigenständiges und nicht vergleichbar Kreatives hervorbringen, sei es in Musik, Design oder Illustration, dass sie ihrerseits die globale Szene beeinflussen.
    Ich liebe es in das Leben einer Metropole und fremde Kulturen einzutauchen, mich überfluten zu lassen von all den Eindrücken. Reich an gesammelten Impulsen pflanze ich sie, wie Samenkörner in meinen inneren Garten, lasse sie wachsen und gedeihen um neue und überraschende Ideen zu ernten.

    Man kann auch das Besondere dieser Situation sehen, oder wie ich es gerne betrachte :
    " ein Handicap ist die Möglichkeit Dinge von einem ungewöhnlichen Standpunkt aus zu betrachten und so ebenso ungewöhnliche wie originelle Lösungen zu finden, auf die man unter adäquaten Bedingungen gar nicht gekommen wäre".

    Als das Museum für angewandte Kunst in Frankfurt 2011 die Ausstellung "Randscharf - Design in Island" zeigte konnte ich meine Freude kaum bändigen -  genau mein Thema und an den an den Wände stehen Worte, wie auch ich sie verwende um die Situation beschreiben; – ganz offensichtlich bin ich also nicht die Einzige mit "besonderen Bedingungen".
    ... auch wenn im urbanen Umfeld die Chancen sein Publikum zu finden ungleich höher sind.

  • Salon Privé

  • Die Kollektion wird in einer WerkSchau für geladene Gäste präsentiert, - im anschließenden Orderzeitraum, können die Couture-Modelle für die entsprechende Saison zur Anfertigung bestellt werden. 
    Die Prêt-a-Porter Designs gibt es in limitierter Stückzahl im eigenen Ladengeschäft geben.

    Das Blog ist eine Einstimmung auf das Projekt und die Kollektions-Präsentation, auf die ich hinarbeite... der genaue Termin steht leider noch nicht fest. 

    Einzelteile, auch aus anderen Themenbereichen, einige wenige Prototypen der "Maharani-Kollektion" und Modelle aus indischen Vintage-Teilen, komplett überarbeitet, ähnlich wie bei Antiquitäten, gibt es vereinzelt auch schon vorab im Laden. Besucher sind im Atelier, nach Terminabsprache, herzlich willkommen.

 


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