Dienstag, 13. Oktober 2015

Fashion Week Paris …Maharani-Jacke im Einsatz

Paris, Gare de l´Est; - routiniert (und mit ausgedrucktem Fahrplan) in die Metro um sich entspannt unter die fashion crowd am Grand Palais zu mischen. Aber irgend etwas ist anders …wo ist die Euphorie? Liegt wohl am, im Minuten-Takt wild-wechselnden, Wetter.
Die freundlichen Anfragen , ob man mein Outfit denn photographieren dürfe, lösen zunächst ungläubige Überraschung aus…  und dann natürlich Freude. Madame aus Paris, ganz in Rot, erkundigt sich nach der Maharani-Jacke, meine Karte?- ja gerne! Yay!


Zarter Regen fällt gleichermaßen auf Roben und Regenjacken; auch auf meine, über die Maharani-Jacke gezogene. Bevor das wirklich ungemütlich wird, machen Monsieur R. und ich uns auf den Weg, gesäumt von ELLE-Titelseiten aus 70 Jahren, - eine der Ältesten mit einer Illustration von René Gruau, très élégant !


Licht am Ende des Tunnels, SEPHORA !  Wo soll man anfangen?  unendliche Weiten ! Kann ich hier bitte mal übernachten und mir Alles in Ruhe anschauen? Die olfaktorischen  Sensoren melden "mehr Sinnlichkeit den Dingen" angesichts der verheißungsvollen Duft-Flakons. Die handgemachten, nur den Obsessierten bekannten, Nischendüfte sind es, die mich in den Bann ziehen. Der Parfumeur Serge Lutens etwa, dessen " Privat Collection " man hier schnuppern kann ( oder kaufen ~780€ ).  Düfte wie 'Die Feuerspuckerin' , 'Cannibal' oder 'Der Atem der Götter'… Lutens eben, eigenwillig.  Ich frage mich unwillkürlich zu welchen Menschen diese Düfte finden werden… und denke an meine Lieblings- 'Lutens'  ( nein, die waren nicht ganz so teuer ) : 

' Arabie '  - eine Fülle an intensiven Aromen getrockneter Früchte, Orientalische Gewürze 
' la Fille de Berlin ' - Rose, sanftmütig, doch dann irritierend impulsiv, sensibel-subkulturig

Besser könnte man meinen favorisierten 'EthnoGothic'-Stil, nicht beschreiben. Das Duftwerk des Parfumeurs scheint sich den adäquaten Charakteren zu offenbaren:… und lässt sie nicht mehr los.


Draußen hat es aufgehört aus Eimern zu schütten , es geht Richtung Tuileries zu Valentino über den wahrscheinlich längsten, weißen Outdoor-Catwalk. 

MaharaniStyle © JeanneSousan | Bekleidungs-manufaktur.de
Volle Sonnenkraft, also Regenjacke wieder ausziehen. So sieht die 'Maharani-Jacke' im echten Leben an Durchschnittsfigur aus. Getragen von einer dieser selbstbewusst schreitenden 1,85m Damen, deren Beine mir gefühlt bis zur Schulter reichen, wäre das noch mal was ganz Anders… aber so sieht die, für jede 'everydays Maharani' praktikable, Realität aus : Auch mal als rockiges Outfit mit Boots, Seiden-Wickelkleid, Croco-Beuteltasche und BlackDenim. 
'EthnoGothic', als gegensätzliches Styling aus Gothic- und Ethno-Elementen oder aber glamourös als 'EthnoCouture' …und auch alle Optionen dazwischen…

Zum Abschluss noch ein Abstecher nach 22, Avenue Montaigne , wo die, komplett von Peter Marino überarbeitete, LouisVuitton-Filiale im Stil eines eleganten Pariser Appartements, letzten Dezember wiedereröffnet hat.
Es hat sich eingeregnet und die Maharani ist, zusammengerollt im Baumwollbeutel, in meiner Tasche verstaut als ich in einer, immerhin norwegischen SØS Jensen-Regenjacke den Tempel der Begehrlichkeiten betrete. Persönliche Betreuung auf höchstem Niveau ist hier Prämisse : man meldet sich am Tisch des Concierge um seine speziellen Wünsche vorzutragen. Genauso stelle ich mir das vor, also zurück in meine Werkstatt…Wer eine 'Maharani' haben möchte, meldet sich einfach bei mir ; - dann wird sie aus einem Unikat-Sari auf Maß angefertigt , ganz individuell auf die Trägerin abgestimmt.

P.S.
Zu Hause angekommen hab ich sie, nach etlichen Stunden Geknautsche in der Tasche, ausgepackt … und zu meiner zufriedenen Freude einfach nur auf den Bügel gehängt.…