Freitag, 18. Juli 2014

Style # 8 sehr weite Hose aus antiker Sari-Seide

Ein neues Kapitel - Hosen. 
Ich verwende keine Fertigschnitte, was bedeutet, dass ich mir für alle Grundformen wie Röcke, Hosen, Blusen, Jacken.... zunächst von Grund auf so etwas wie  "Leisten | Model | Grundschnitte " anfertige... mit all den Eigenschaften und Merkmalen, auf die ich Wert lege. Somit ist bereits von Beginn an die persönliche Handschrift prägend, – es soll ja meine Signatur-Kollektion werden.
Nur wenn man die Parameter des Ursprungs kennt, kann man auch daran drehen - und diese Grundschnitte sind die Basis, über die ich alle folgenden Modelle entwickle.

Es gibt Designer, die geben ihren Direktricen Skizzen mit einer Silhouette und den darauf auszuführenden Details … und es gibt Designer, die erschaffen völlig neue dreidimensionale Objekte, wie Yamamoto, der stundenlang an einem Schnitt faltet, aufschneidet, zuklebt... oder Azzedine Alaia, wenn er an einer Schneiderpuppe Stoff-Stücke zu einer Skulptur formt, Mme. Grès, die die Bewegung eines Stoffs zu einem Kleid machte oder Mme. Vionnet, die Erfinderin meines geliebten Schrägschnitts. Sie schaffen keine saisonale Dekoration, sondern Dinge von beständigem Wert und zeitloser Schönheit. …mit und durch Leidenschaft, die bisweilen Leiden schafft.

Wenn´s mal wieder nicht enden will stell ich mir einfach vor, das diese Größen vielleicht auch manchmal verzweifeln …

Model&Photo © bekleidungs-manufaktur.de


Schlichtes Modell einer sehr weiten Hose - der antike Sari war schon recht mürbe, hatte Löcher und sehr knapp bemessen. Der Gebrechlichkeit wurde mir großzügiger Weite entsprochen um ihn nicht zu sehr zu strapazieren, die Löcher liebevoll in Handarbeit unterlegt  und was an Fitzel an einer Stelle übrig war, an der anderen Stelle wieder dran genäht, damit es irgendwie reicht … also wohl original so, wie die Frauen das nach ´m Krieg gemacht haben. 
Das ist ziemlich bescheuert, aber ich konnte nicht anders. Diese morbide Optik, wie aus einer anderen Epoche, Orient-Stil der 20er, Seiden-Satin, schwer fallend, kühl und schmeichelnd auf der Haut, Brokat-Einwebung, dieses Farbspiel , Ochsenblut und Kupfer, wie meine Lieblings-Perlen…

1 Kommentar:

  1. Da ist dir wieder ein wunderbares Model gelungen. Und ich finde deine Hintergrundgeschichten immer sehr spannend. Das verleiht dem Stücken noch mehr Charakter, als sie sowieso schon haben.
    Es grüßt die Billa (leider viel zu selten!)

    AntwortenLöschen