Montag, 28. Juli 2014

Getreide-Sommer in der toskanischen Pfalz

Es ist schon einige Wochen her…ich war eine kleine Runde Laufen am Abend…und dann – diese Farben, diese Struktur… perfekte Gestaltung von Mutter Erde.
Erste Assoziation – Leinenstoff - spröde, trocken, kühlend, körnige Struktur, von der Sonne gebleicht zum perfekten Farbdialog.


So einen Stoff sollte es geben dachte ich, in diesem staubigen BlauGrün – dabei hatte ich ihn schon !

Ein Satin-Sari in dunkel-glänzendem PetrolGrün, sogar die Ähren in GetreideGold sind eingewebt ! Das Unter-Bewusstsein hatte ganz subtil die richtigen Bilder verknüpft. 

Inzwischen wirkt das Ganze vielmehr wie ein authentisch gealterter, ausgeblichener Denim – nicht minder anziehend, in Farbschattierungen von Indigo-Violett bis BlassBlau, durchzogen von getreidebleichen Ährenhalmen. Beim Denim-Stoff sind das die hellen Fäden, die eingewebt werden, denn nur die im Webstuhl aufgespannten Kettfäden sind blau gefärbt.
Wo ist der Stoff zu diesem Bild ? sicher findet sich etwas in meinen wohl geordneten Beständen…







Freitag, 18. Juli 2014

Style # 8 sehr weite Hose aus antiker Sari-Seide

Ein neues Kapitel - Hosen. 
Ich verwende keine Fertigschnitte, was bedeutet, dass ich mir für alle Grundformen wie Röcke, Hosen, Blusen, Jacken.... zunächst von Grund auf so etwas wie  "Leisten | Model | Grundschnitte " anfertige... mit all den Eigenschaften und Merkmalen, auf die ich Wert lege. Somit ist bereits von Beginn an die persönliche Handschrift prägend, – es soll ja meine Signatur-Kollektion werden.
Nur wenn man die Parameter des Ursprungs kennt, kann man auch daran drehen - und diese Grundschnitte sind die Basis, über die ich alle folgenden Modelle entwickle.

Es gibt Designer, die geben ihren Direktricen Skizzen mit einer Silhouette und den darauf auszuführenden Details … und es gibt Designer, die erschaffen völlig neue dreidimensionale Objekte, wie Yamamoto, der stundenlang an einem Schnitt faltet, aufschneidet, zuklebt... oder Azzedine Alaia, wenn er an einer Schneiderpuppe Stoff-Stücke zu einer Skulptur formt, Mme. Grès, die die Bewegung eines Stoffs zu einem Kleid machte oder Mme. Vionnet, die Erfinderin meines geliebten Schrägschnitts. Sie schaffen keine saisonale Dekoration, sondern Dinge von beständigem Wert und zeitloser Schönheit. …mit und durch Leidenschaft, die bisweilen Leiden schafft.

Wenn´s mal wieder nicht enden will stell ich mir einfach vor, das diese Größen vielleicht auch manchmal verzweifeln …

Model&Photo © bekleidungs-manufaktur.de


Schlichtes Modell einer sehr weiten Hose - der antike Sari war schon recht mürbe, hatte Löcher und sehr knapp bemessen. Der Gebrechlichkeit wurde mir großzügiger Weite entsprochen um ihn nicht zu sehr zu strapazieren, die Löcher liebevoll in Handarbeit unterlegt  und was an Fitzel an einer Stelle übrig war, an der anderen Stelle wieder dran genäht, damit es irgendwie reicht … also wohl original so, wie die Frauen das nach ´m Krieg gemacht haben. 
Das ist ziemlich bescheuert, aber ich konnte nicht anders. Diese morbide Optik, wie aus einer anderen Epoche, Orient-Stil der 20er, Seiden-Satin, schwer fallend, kühl und schmeichelnd auf der Haut, Brokat-Einwebung, dieses Farbspiel , Ochsenblut und Kupfer, wie meine Lieblings-Perlen…