Montag, 30. Dezember 2013

Wo bleibt der Schnee für die schwerelose Zeit ?

© KOPF |  Bekleidungs-Manufaktur.de

... so wie auf diesem alten 2005er Photo hätte ich es gern mal wieder. Die Zeit "zwischen den Jahren" ist ein ganz besonderes Phänomen, eine Art Naturgesetz der Entschleunigung. Für wenige Tage wird die Zeit schwerelos, wie Schneeflocken...sogar das unermüdliche Universum scheint sich ein Nickerchen zu gönnen und Alles geht auf Zehenspitzen um es nicht zu stören in der wohlverdienten Ruhe.

... und ich wünsche mir richtig tiefen Schnee, der auch noch die letzten Geräusche verschluckt und all das, was bedrückt mit zartem Glitzern bedeckt und so den Blick auf einen weiten Horizont frei gibt.

Es gibt nichts zu verpassen außer dem Zusammensein mit denen, die man gerne um sich hat. Es bilden sich kleine Klümpchen von Leuten, die irgendwie zusammen gehören, bevor sie, zu Silvester, mit Getöse, wieder auseinander stieben... wie Schneeflocken...
... dann ist Neujahr, das Universum reibt sich verwundert die Augen über das Spektakel und unter der zarten Decke des kurzen Vergessens rumort es auch schon wieder.

Für das neue Jahr würde ich mir wünschen wirklich Zeit für mein Projekt zu haben, über Fortschritte berichten und mit Herz und Verstand bei meiner Sache sein zu können... und dass die Dinge, die umher und durcheinander wirbeln endlich ihren Platz einnehmen.

Meine Einträge haben so gar keine saisonale Verhaftung, was vielleicht den Zugang etwas erschwert. ... Alles ist nunmal auf eine sommerliche Werkschau ausgerichtet.
Ich finde jedes Wetter gut, Hauptsache es ist wechselt, und so ist es für mich kein Gegensatz sich Schnee zu wünschen und gleichzeitig an leichten Seidenteilchen zu arbeiten.
... aber das wird wohl eh nix mehr mit dem Schnee : satte Sonne und meine schwedischen Wurzeln treiben mich hinaus auf den Balkon... dann eben erstes schwereloses Sonne tanken für die neue Saison.

Sonntag, 22. Dezember 2013

Archetypus Sarong

Sarong © Bekleidungs-Manufaktur

Der Sarong-Rock, einer meiner allerliebsten "Archetypen".
"Selfies" dagegen sind so gar nicht mein Ding, aber am Photo kann man vielleicht die wunderbaren Vorzüge dieses Modellprinzips sehen (... und möge über meine Unzulänglichkeiten hinweg sehen). 

Als Beispiel oben in saumweiter Silhouette aus zwei Stofflagen. An diesem Strand in Goa vor drei Jahren war er schon recht "zerliebt", ist er doch das Erste, was ich in meinen Koffer packe. Auch nach Lissabon, Florenz und Stockholm musste er mich trotz seiner offensichtlichen Gebrechlichkeit noch begleiten.…es wird jetzt wohl Zeit für einen Nachfolger.

Variable Bindeelemente ermöglicht einen Gewichts-Spielraum von plus | minus 3 Kilo ohne größeren Passform-Verlust.... denn Frauen nehmen nunmal ab und zu, – ab und zu. 
Ganz ungezwungen drapiert sich ein schmeichelndes Faltenspiel um die Hüfte und schmiegt sich sanft der Rundung an. Für mich die schönste, weil femininste Form eines Rock.... macht einfach jede Frau schön.
Modell unten in "Pencil"-Linie mit Faltenwurf und Fransen.

Modell © Bekleidungs-Manufaktur

Dieses Stück habe ich schon unvorstellbar lange, aus Jaquard in indischem Paisley-Muster. Hab ich da gerade einen Aufschrei bezüglich des bauchfeien Cholis gehört ?...nein, keine Sorge, ich habe nicht vor eine Kollektion für SizeZero zu machen...die Kollektion hat ein weit größeres Spektrum, ... das ist nur ein Archivbeispiel zur Verdeutlichung meines Archtypus-Prinzips.

Nicht unbedingt etwas für Jede ?... nur auf den ersten Blick !...Gefallen mal voraus gesetzt.
Im Gedanken des nachhaltigen Designs geht es mir weniger um ein explizites Modell als vielmehr um die Suche nach einem möglichst genialen Prinzip, einem Archetypus, aus dem ich etwas entwickeln kann. Man stelle sich also die Weiterführung des Sarong-Prinzips vor : als Wintervariante aus leichtem Wollstoff in TartanKaro kombiniert mit Rollkragen-Pullover und toughen Boots...da wird es erst richtig interessant... was soll ich sagen : so viele Ideen und so gut wie keine Zeit , aber das ist ja erst der Anfang.

SarongModell © Bekleidungs-Manufaktur
In bedrucktem Jersey, mit passendem Oberteil, hab ich das auch schon mal probiert.

Das Prinzip meiner Sarongs ist ein gutsitzend konfektionierter Rock im Rücken mit schön fallenden Faltenwürfen im Vorderteil, die sich als Verschluss binden lassen. Wer also gedacht hat, dass es sich um ein lässig um die Hüfte geknotetes Stück Stoff handelt, hat weit gefehlt.  Es handelt sich um eine " relative Konstante mit variablem Parameter " :-) ... und diese Faktoren werden nicht dem Zufall überlassen sondern exakt berechnet und konstruiert. Das sieht dann, in diesem noch recht einfachen Modellfall, so aus:



Wenn das Ding als Nesselschnitt probegenäht ist und man sich endlich ans Zuschneiden im Originalmaterial traut, das mit dem Nähen auch noch funktioniert – dann kommt mit etwas Glück das zuvor Erdachte raus. Das Raglan-Shirt vom Entwurfs-Scribbel gab's auch noch dazu.



Style # 5
Sarong-Rock aus changierender Dupion-Seide, schimmernd zwischen MessingGold und glühendem ZinnoberRot mit Schatten in KupferOxid. Am Saum blinken die kleinen Pailletten einer antiken Sariborte, deren Ornamente durchbrochen sind und somit dem opulenten Abschluss die Schwere nehmen.
Der Raglan-Pulli mit großem U-Ausschnitt hat ein Streifenmuster aus zart glänzenden Goldstreifen, gegen die sich matte Streifen in Zimt absetzen. Er nimmt das Farbspiel des Seidenrocks auf und bildet gleichzeitig, als selbstverständliches "everyday"-Teil, die Balance zu den Ethno-Elementen. Ein erster Eindruck von in der stilistischen Ausrichtung der Kollektion.