Montag, 30. September 2013

Style | Seiden-Organza Kimono | Libellen-Flügel

Modell Seiden-Organza © KOPF | bekleidungs-manufaktur.de

Dieses Modell ist bereits in den Besitz einer meiner ganz besonders geschätzten Couture-Kundinnen übergegangen. Die Kimono-Form in japanischer Anmutung gibt es auch als indische Variante, bei der die Blende durch eine Sari-Borte gebildet wird - und das Modell völlig anders, seidig-sanfter, wirken lässt.

Das schillernde Farbspiel des changierenden, zweifarbig gewebten Organza-Gewebes aus reiner Seide erinnert an Libellen-Flügel, - und diese Erscheinung wird noch unterstrichen durch eine
chitin-artige Steife aus zartem Glanz und irisierender Transparenz.
Die Farben, Blutrot und Malachitgrün, flirren, tanzen vor den Augen, so, dass sie der Blick kaum einfangen kann. Aus manchem Blickwinkel werden sie unerwartet transparent, - um gleich darauf, durch eine kleine, kaum wahrnehmbare Bewegung, wieder um so intensiver mit Brillanz zu beeindrucken. Was für ein Sinnenrausch...schwerelos...Libellen-Flügel.

Modell Seiden-Organza © KOPF | bekleidungs-manufaktur.de

Freitag, 27. September 2013

Fein-Abstimmung

Atelier-Werkstatt , KOPF | Bekleidungs-Manufaktur

Der Prototyp von Style # 3 war schon ganz gut, - ... aber noch nicht gut genug. Bei den Krägen gibt es ohnehin verschiedene Optionen, hier die Variante " Pondicherry "- Stehkragen mit liegenden Spitzen vorne, und "Fledermaus-Ohren" im Nacken... Photo leider vergessen, quel dommage.
Also die bereits gradierten ( für mehrere Größen berechnete und gezeichnete ) Schnittsätze noch mal vorgeholt......spontaner Zuruf meiner Mitarbeiterin " sieht aus wie Architektur !? ". 
Na, und wie recht sie hat ! Schnitt-Konstruktion funktioniert nun mal nicht nach dem Prinzip Scherenschnitt, sondern als komplexes dreidimensionales Gefüge, d.h. wenn man irgendwo etwas ändert, verschieben sich alle Gewichtungen, die aufeinander aufbauen...exakt so wie in der Architektur.

(..da fällt mir auf, dass ich irgendwann mal die Architektur-Photos von unserem Firmengebäude machen sollte.. FenghShui, Kurven, Linien, Schwünge, noch so ein Projekt würde ich nicht planen wollen - aber ich freue mich, dass es unsere funktionalen und emotionalen Anforderungen erfüllt )

Sieht kompliziert aus dieses Konstruktionszeug ? ... ist es auch. Ich kann nicht behaupten, dass ich meine Zweit-Profession liebe, - aber sie macht mich unabhängig und ermöglicht die absolute Kontrolle über Stand und Fall der Dinge, kurz über das Designobjekt. Es ist ein bisschen so, wie wenn die KFZ-Designer an der Kurve einer Karosserie feilen.. auch wenn es nur "nur " ein Kleidungsstück ist. Passion ist Passion, nicht mehr aber auch nicht weniger.

Atelier-Werkstatt , KOPF | Bekleidungs-Manufaktur


Zugeschnitten, vorgebügelt, genäht |  Kontrolle an der Puppe | Kurven, Schwünge, Linien. Sieht gut aus,- jetzt muss sich das Ganze nur noch verarbeiten und exakt wiederholen lassen. Etwas einmal hinbekommen ist Glück, der Profi kann es jederzeit wieder abrufen und, von welcher Produktionsfirma auch immer, fertigen lassen. 
In der Textilindustrie macht man Schnittkonstruktionen samt Arbeitsblättern, auf denen selbst die Stichlänge festgelegt ist ... dann geht´s damit ins CAD-System. Für meine exklusiv limitierten Modell-Serien brauche ich das Gott sei Dank nicht mehr, aber ein gewisses Mass an Definition ist einfach eine gute, professionelle Arbeitsbasis. Auf meinen analogen Schnitten und Arbeitsblättern stehen neben Verbrauch, Zutaten und Verarbeitung Anmerkungen zu Details, auf die ich besonderen Wert lege ... entschleunigt und authentisch-persönlich.

Modell © KOPF | Bekleidungs-Manufaktur,  Atelier-Werkstatt







Donnerstag, 12. September 2013

Schmuck...Geschmeide...Preziosen...

Choker blauviolett © Bekleidungs-Manufaktur

...gehören ebenso zu meinen sinnlichen Passionen, - wie man schon am aktuellen Blog-Titel erkennen kann. Ohne Accessoires und Schmuck würde der Kollektion ein essentieller Bestandteil in der Aussage fehlen - wie im letzten Post beschrieben, - und so wurde auch prompt nach den Ketten gefragt.

Choker blauviolett © Bekleidungs-Manufaktur

Mein Großvater war Terazzomeister - Marmor, Granit, Travertin seine Profession. Er hatte ein Edelsteinbuch, für mich als Vier-Jährige ein Bilderbuch, mit dem er mir die Steine erklärte...ich habe es noch immer. Und während andere Kinder vorm Spielwarenladen standen, stand ich mit großen, funkelnden Augen vorm Fenster des hochkarätigen Juweliers, einer heute bekannten Schmuck-Manufaktur. Nicht verwunderlich also, dass mein ursprünglicher "Gestaltungs-Berufs-Wunsch" Goldschmiedin war. 
Es sind weniger die Edelmetalle, als vielmehr die Edelsteine, Perlen und Mineralien, die ich so sinnlich-anziehend finde. Auf einer Asien-Reise habe ich in Hongkong farbige Perlenstränge entdeckt : warmes Kupfer-Aprikosen-Gold...nichts Wertvolles, kleine, unregelmäßige Perlchen, durch die nicht mal eine Nadel passt... aber so anmutig schimmernd, in einem teint-schmeichelnden Farbton, der die Haut so schön aussehen lässt.

Choker KupferGold © Bekleidungs-Manufaktur
Mit wenig Ahnung, aber dafür um so mehr Hingabe und Geduld habe ich daraus diese, meine erste Chokerkette gemacht. Eng am Hals anliegend mehrere Reihen hoch - mit Kettenstegen aus Golddraht und innovativ-nicht professionellem Verschluss....dann hatte ich erst mal genug von dem Gefitzel.
...bis ich diese gesehen habe : Perlenstränge in Blau-Violett-Gold-Grün-Braun, schillernd wie unzählige Insektenkörper, geformt wie Tropfen eines mineralischen Öls, am Boden abgeflacht darüber eine pralle Rundung nur gehalten von Oberflächenspannung. Ein paar mal seidig-kühle Perlen-Wonneschauer durch die Hände rieseln lassen, und es war um mich geschehen. So ist der Choker ganz oben, auf "Klimt´schem Gold " entstanden, Details dazu auf dem 2ten Photo.

Mondsteinkette © Bekleidungs-Manufaktur

Eine Mondsteinkette wollte ich haben, doch keine hat mir gefallen. Also habe ich mir, nach kurzer Einweisung durch die Perlenknüpferin meines Vertrauens ( die mir die schönen Perlenschnüre auf dem Blogtitel geknüpft hat ) facettierte Steine bestellt. Die sahen zunächst nach nicht viel aus, milchig-weiß mit farbigen Reflexen, die überraschend aufblitzen. Ich habe lange nach Teilen gesucht , die diesen subtilen Effekt unterstreichen ohne ihn zu überdecken. Indische Silberornamente und Perlen, die ganz und gar unperfekt sind, jede ist anders und hat einen Fehler wie matte Stellen, Strukturen, Einschlüsse wurden die geradezu perfekten Partner. Eine jede wird durch ihren Makel zum einzigartigen Unikat. 

Mondsteinkette © Bekleidungs-Manufaktur

Knapp mehr als zwei Meter Edelsteine scheint mir ein ideales, vielleicht magisches Mass, das sich als lasziv-elegante Kette, als üppiger Wasserfall oder auch als luxuriös-breites Armband tragen lässt. 

Mondsteinkette © Bekleidungs-Manufaktur

Diese rote Jaspis-Kette heißt "an-einem-Strang-ziehen". Sie ist gemacht aus zwei kaputten "Power-Armbändern" (von zwei grund-verschiedenen Menschen, beide Widder-Geborene ) , Jaspis-Strängen mit Einschlüssen und indischem Silber. Ein etwas dickerer Perlenstrang umfasst den Nacken, daraus entspringen( daran ziehen ) die beiden feineren Stränge mit den Ornamentperlen.

Jaspiskette © Bekleidungs-Manufaktur

Wie das angezogen und zusammen mit den Kollektions-Stücken aussieht kann ich sicher mal bei den nächsten Posts zeigen. Persönlich trage ich diese gerne zu khakigrüner Wildseide aber auch zum dicken, schwarzen Pullover in Patent-Strick. 

Jaspiskette © Bekleidungs-Manufaktur