Mittwoch, 31. Juli 2013

Holifestival



In Indien gibt es in der Vollmondphase im Februar/März das Fest Holi, zu dem man sich über alle gesellschaftlichen Schranken und Unterschiede in Geschlecht, Alter oder Status oder Kaste hinweg enthusiastisch mit Farbpigmenten bestreut. Es bedeutet den Sieg des Frühjahrs über den Winter, Freude, Liebe und Gleichheit aller Menschen.....die man, so bunt bestreut auch wirklich nicht mehr unterscheiden kann ! Seit letztem Jahr wird dieses ausgelassene Spektakel auch hierzulande in Form von Sommerfestivals adaptiert. Das Intro -Video zum diesjährigen Holifestival hat es mir wirklich angetan - so stimmungsvoll und wunderbar atmosphärisch gestaltet, - die Musik wie ein Fluss auf dem man sich davon treiben lässt.


Es ist natürlich klar, dass diese Events niemals an an dieses Kunstwerk heranreichen - nichtsdestotrotz spontan Ticket gekauft.... und keine Frage, dass ich das ultimative Outfit einfach mal so hervor holen konnte. Das sah sah nämlich schon vorher absolut authentisch so aus, wie alle Anderen nach dem Farbregen, - hat mir schon mal im "lining" einige "credits" eingebracht.... und ist aus einer meiner allerersten Kollektionen. Die Mischung der Farbpigmente Gelb, Blau, Violett und Magenta ergab auf den allermeisten, ursprünglich weißen, Teilen die wunderschönsten Farbverläufe in Grün mit Akzenten in Pink - die Farben des Herzchakras, - wie schön !


Auf den Photos von Holifestival.com sieht es nach mehr Pink aus, - obwohl wir in Saarbrücken alle eher Grün-schattiert waren. Leider hab ich keine Photos von diesen faszinierenden Farbspielen gemacht.. war nur am schauen und hab die ganze Zeit überlegt, wie ich solche Muster auf meine Stoffe bekomme... wäre recht aufwendig diese Verlaufsformen, Meter für Meter , sich nie wiederholend, mit Pigment zu gestalten ..und dann ist da noch die Fixierung.....wäre ein Experiment.


Donnerstag, 25. Juli 2013

Style # 2 ...das zweite Stück...

Sickerei-Detail  © Bekleidungs-Manufaktur.de
© Style # 2 © Bekleidungs-Manufaktur.de


























Ein weiteres Modell, bestickter
Chiffon, - noch bin ich in der ersten Versuchsphase und probiere erst mal mit synthetischen Saris, die nicht minder schöne Styles ergeben.
Der Mantel ist komplett gefüttert
und zeigt in der Bewegung den schönen Dialog zwischen luftiger Transparenz und schwer an der Silhouette herab fließenderer Stickerei, die an byzantinische Ornamentik erinnert.

Nach Sichten und Aufteilen der Ornamentflächen hat sich gezeigt, dass sich dieser Sari am Besten für ein Modell in Größe 46 eignet, - die optimalen Proportionen damit die großzügigen Stickerei-Elemente zur Geltung kommen. Der Sari bestimmt also, was aus ihm wird - man sollte dieser " Formatierung von stillen und expressiven Flächen " keine Modellform aufzwingen, sondern fragen, was an optimalem Ausdruck darin stecken könnte.





© Style # 2 © Bekleidungs-Manufaktur.de



Ob als Abendmantel fürs Theater oder ganz casual im Boho-Style, mit einem schlichten Shirt drunter und einer Jeans - trotz opulentem Dekor wirkt dieser Ethno-Eleganz-Stil unangestrengt.
Diese non-chalente Ausstrahlung liegt sicher auch darin begründet, dass es sich um Vintage-Saris handelt. Die Zeit hat ihre Spuren hinterlassen, - Stickereien sind lose, Perlen fehlen...das Alles wird liebevoll in vielen Stunden restauriert - das wohl aufwendigste an diesen Modellen.  Unvollständige Ornamente am fertigen Teil sind kein Mangel, sondern ein Zeichen von Echtheit, Authentizität - wie die Schrammen an einem antiken Möbelstück.

Mittwoch, 24. Juli 2013

die toskanische Pfalz









Es war diese Aussicht, - in scheinbar endlos hintereinander geschichteten Relief-Schwüngen bis weit nach Frankreich reichend, die mir die Entscheidung dieses Grundstück zu kaufen so leicht gemacht hat.
Natürlich gab es auch rationale Gründe,- wie die optimale Verkehrsanbindung, einen Flughafen direkt vor der Tür und Betriebskosten unter Großstadtniveau. Aber wer braucht schon Ratio wenn das Herz bereits entschieden hat.

Letzten Mai habe ich mit einem lieben Freund eine wunderschöne Reise durch die Toskana zur Designweek in Florenz unternommen. Auf dem Rückweg stand die Sonne tief und tauchte meine heimatliche Umgebung in warmes Orangerot - so konnte ich endlich mal auf das zeigen, was ich gerne "meine Toskana" nenne, - und sie hielt dem direkten Vergleich durchaus stand.

Das Bild ist jeden Morgen ein Anderes und die Musik dazu wäre definitiv Vivaldis "Vier Jahreszeiten". Gerade jetzt im Sommer wechselt die Farbe und Struktur der Felder in einem unglaublichen Tempo, bringt mich immer noch jeden Morgen aufs Neue zum Staunen. 
Vivaldis Sommer ist wohl nicht von ungefähr in G-Moll, lebendig aber etwas bedrückt - wie die schwül-lastende, flirrende Hitze, das reife Getreide, träge Kühe, wilder Mohn und Grillen, die zirpen als gäbe es vielleicht kein Morgen mehr...

Impression meines Zeichentischs, - mit der wahrscheinlich schönsten Aussicht der Welt und einer Sinfonie aus Farbe, vollendender Formgebung und betörendem Duft, - direkt aus dem Garten.
Im Frühsommer, wenn die Lerchen morgens so herzzerreißend und Alles durchdringend singen stehe ich gerne früher auf, - nichts stört dann dieses Ereignis, das sich später im Sommer ganze Nächte hindurch fortsetzt, die Melodie wiederholt sich niemals. Bei jeder neuen, fast flüsternd beginnenden Strophe stockt einem der Atem bei soviel Hingabe. 
Die Atmosphäre ist mit einem Photo nicht einzufangen, - es gehört der immer leichte Wind, das Rauschen der Baumwipfel, die Tauben am frühen Morgen, die Greifvögel, die so elegant ihre Bahnen über die Felder ziehen, das Gezwitscher und nicht zu vergessen die sommerlichen Froschkonzerte dazu.

Ich gebe es offen zu, trotz all dieser Schönheit vermisse ich das Stadtleben, sehr sogar. Aber man kann ja einfach hinfahren zu den Städten/Stätten, die Impulse und Inspiration bieten - nach Paris, Florenz, Berlin, Antwerpen, Stockholm...  zurück kommen und die Augen auf die Augenweide schicken um sich satt zu sehen an unendlichen Weiten mit sanften, "toskanischen Hügeln". Auf diese Weise können die aufgesogenen urbanen Eindrücke ganz wunderbar wirken und sich zu neuen Ideen entfalten.

Der Garten hat sich entschieden ein mediterraner zu werden. Nicht dass wir das geplant hätten, - es hat sich einfach so ergeben. Eine Mischung aus Kultur-und Wildpflanzen, so gibt es neben üppigen Rosen, duftenden Lilien, würzigem Lavendel, glühend rotem Mohn und exotischen Palmlilien auch noch betörende Nachtkerzen( oben rechts ). Ein besonderes Schauspiel - erst in der Abenddämmerung blühen sie auf, so schnell, dass man dabei zusehen kann, der Duft, den sie dabei verströmen ist so intensiv, dass einem die Sinne schwinden könnten...bis zum nächsten Vormittag ist der Zauber dann vorbei.... bis zur nächsten Soirée.


An jedem einzelnen Morgen schweift mein Blick in die Ferne, als allererstes Rituals des Tages, - weiter , immer weiter, - so wie in dem Moment in dem ich dieses Stück Land zu allerersten Mal betreten habe. Es ist als ob der Horizont sich nur für mich allein grenzenlos öffnet. Ich kann es fast fühlen - etwas in die Knie gehen, kraftvoll abstoßen und die, im ersten Moment noch schweren Schwingen weit öffnen.. mit dem Wind im Gefieder ist es dann ganz leicht. Es ist keine spektakuläre Gegend, eher unendlich gut- und sanftmütig, mir fehlt das urbane Leben...aber, - sie verführt dazu Gedanken über sanfte Hügel-Silhouetten fliegen zu lassen, beflügelt die Phantasie, besänftigt das Gemüt, lässt einen durchatmen.... und das Wetter der nächsten Stunden kann ich schon heran nahen sehen, wenn es sich über Frankreich auf den Weg zu uns macht. 



Dienstag, 9. Juli 2013

Style # 1 ...das erste Modell...

© Style # 1 © Bekleidungs-Manufaktur.de , geschütztes Modell,Atelier-Werkstatt

Die Schnittführung ist ganz abgepasst auf das Ornament eines pailletten-geschmückten Stickerei-Chiffons...die Fragmente, die dabei im Korpus-Zuschnitt zunächst übrig bleiben sind dazu bestimmt als Kragen anmodelliert zu werden oder, mit winzigen, unsichtbaren Stichen aufgesetzt, ihren Platz als zusätzliche Schmuckelemente zu finden.
Es ist diese besondere Arbeitsweise beim Verarbeiten von Saris und der Gestaltung dieser Kollektion :
Nichts soll verschwendet werden, ich entwerfe die Silhouette, Form und Fall des Modells. Wenn ich über die Fläche und Ornamentstruktur eines Saris schaue ordne ich bereits Bereiche den Ärmeln, dem Rückenteil... zu  -  die letztendliche Ausführung der Details aber, entwickelt sich erst im Prozess des Zusammenfügens.
Ich versuche heraus zu finden, was in diesem Stück stecken könnte, was es mir erzählt...und das mache ich bei jedem Sari aufs Neue, denn jeder ist anders und einzigartig... so wie jedes Modell.

© Style # 1 © Bekleidungs-Manufaktur.de , geschütztes Modell,Atelier-Werkstatt