Montag, 30. Dezember 2013

Wo bleibt der Schnee für die schwerelose Zeit ?

© KOPF |  Bekleidungs-Manufaktur.de

... so wie auf diesem alten 2005er Photo hätte ich es gern mal wieder. Die Zeit "zwischen den Jahren" ist ein ganz besonderes Phänomen, eine Art Naturgesetz der Entschleunigung. Für wenige Tage wird die Zeit schwerelos, wie Schneeflocken...sogar das unermüdliche Universum scheint sich ein Nickerchen zu gönnen und Alles geht auf Zehenspitzen um es nicht zu stören in der wohlverdienten Ruhe.

... und ich wünsche mir richtig tiefen Schnee, der auch noch die letzten Geräusche verschluckt und all das, was bedrückt mit zartem Glitzern bedeckt und so den Blick auf einen weiten Horizont frei gibt.

Es gibt nichts zu verpassen außer dem Zusammensein mit denen, die man gerne um sich hat. Es bilden sich kleine Klümpchen von Leuten, die irgendwie zusammen gehören, bevor sie, zu Silvester, mit Getöse, wieder auseinander stieben... wie Schneeflocken...
... dann ist Neujahr, das Universum reibt sich verwundert die Augen über das Spektakel und unter der zarten Decke des kurzen Vergessens rumort es auch schon wieder.

Für das neue Jahr würde ich mir wünschen wirklich Zeit für mein Projekt zu haben, über Fortschritte berichten und mit Herz und Verstand bei meiner Sache sein zu können... und dass die Dinge, die umher und durcheinander wirbeln endlich ihren Platz einnehmen.

Meine Einträge haben so gar keine saisonale Verhaftung, was vielleicht den Zugang etwas erschwert. ... Alles ist nunmal auf eine sommerliche Werkschau ausgerichtet.
Ich finde jedes Wetter gut, Hauptsache es ist wechselt, und so ist es für mich kein Gegensatz sich Schnee zu wünschen und gleichzeitig an leichten Seidenteilchen zu arbeiten.
... aber das wird wohl eh nix mehr mit dem Schnee : satte Sonne und meine schwedischen Wurzeln treiben mich hinaus auf den Balkon... dann eben erstes schwereloses Sonne tanken für die neue Saison.

Sonntag, 22. Dezember 2013

Archetypus Sarong

Sarong © Bekleidungs-Manufaktur

Der Sarong-Rock, einer meiner allerliebsten "Archetypen".
"Selfies" dagegen sind so gar nicht mein Ding, aber am Photo kann man vielleicht die wunderbaren Vorzüge dieses Modellprinzips sehen (... und möge über meine Unzulänglichkeiten hinweg sehen). 

Als Beispiel oben in saumweiter Silhouette aus zwei Stofflagen. An diesem Strand in Goa vor drei Jahren war er schon recht "zerliebt", ist er doch das Erste, was ich in meinen Koffer packe. Auch nach Lissabon, Florenz und Stockholm musste er mich trotz seiner offensichtlichen Gebrechlichkeit noch begleiten.…es wird jetzt wohl Zeit für einen Nachfolger.

Variable Bindeelemente ermöglicht einen Gewichts-Spielraum von plus | minus 3 Kilo ohne größeren Passform-Verlust.... denn Frauen nehmen nunmal ab und zu, – ab und zu. 
Ganz ungezwungen drapiert sich ein schmeichelndes Faltenspiel um die Hüfte und schmiegt sich sanft der Rundung an. Für mich die schönste, weil femininste Form eines Rock.... macht einfach jede Frau schön.
Modell unten in "Pencil"-Linie mit Faltenwurf und Fransen.

Modell © Bekleidungs-Manufaktur

Dieses Stück habe ich schon unvorstellbar lange, aus Jaquard in indischem Paisley-Muster. Hab ich da gerade einen Aufschrei bezüglich des bauchfeien Cholis gehört ?...nein, keine Sorge, ich habe nicht vor eine Kollektion für SizeZero zu machen...die Kollektion hat ein weit größeres Spektrum, ... das ist nur ein Archivbeispiel zur Verdeutlichung meines Archtypus-Prinzips.

Nicht unbedingt etwas für Jede ?... nur auf den ersten Blick !...Gefallen mal voraus gesetzt.
Im Gedanken des nachhaltigen Designs geht es mir weniger um ein explizites Modell als vielmehr um die Suche nach einem möglichst genialen Prinzip, einem Archetypus, aus dem ich etwas entwickeln kann. Man stelle sich also die Weiterführung des Sarong-Prinzips vor : als Wintervariante aus leichtem Wollstoff in TartanKaro kombiniert mit Rollkragen-Pullover und toughen Boots...da wird es erst richtig interessant... was soll ich sagen : so viele Ideen und so gut wie keine Zeit , aber das ist ja erst der Anfang.

SarongModell © Bekleidungs-Manufaktur
In bedrucktem Jersey, mit passendem Oberteil, hab ich das auch schon mal probiert.

Das Prinzip meiner Sarongs ist ein gutsitzend konfektionierter Rock im Rücken mit schön fallenden Faltenwürfen im Vorderteil, die sich als Verschluss binden lassen. Wer also gedacht hat, dass es sich um ein lässig um die Hüfte geknotetes Stück Stoff handelt, hat weit gefehlt.  Es handelt sich um eine " relative Konstante mit variablem Parameter " :-) ... und diese Faktoren werden nicht dem Zufall überlassen sondern exakt berechnet und konstruiert. Das sieht dann, in diesem noch recht einfachen Modellfall, so aus:



Wenn das Ding als Nesselschnitt probegenäht ist und man sich endlich ans Zuschneiden im Originalmaterial traut, das mit dem Nähen auch noch funktioniert – dann kommt mit etwas Glück das zuvor Erdachte raus. Das Raglan-Shirt vom Entwurfs-Scribbel gab's auch noch dazu.



Style # 5
Sarong-Rock aus changierender Dupion-Seide, schimmernd zwischen MessingGold und glühendem ZinnoberRot mit Schatten in KupferOxid. Am Saum blinken die kleinen Pailletten einer antiken Sariborte, deren Ornamente durchbrochen sind und somit dem opulenten Abschluss die Schwere nehmen.
Der Raglan-Pulli mit großem U-Ausschnitt hat ein Streifenmuster aus zart glänzenden Goldstreifen, gegen die sich matte Streifen in Zimt absetzen. Er nimmt das Farbspiel des Seidenrocks auf und bildet gleichzeitig, als selbstverständliches "everyday"-Teil, die Balance zu den Ethno-Elementen. Ein erster Eindruck von in der stilistischen Ausrichtung der Kollektion.

Montag, 30. September 2013

Style | Seiden-Organza Kimono | Libellen-Flügel

Modell Seiden-Organza © KOPF | bekleidungs-manufaktur.de

Dieses Modell ist bereits in den Besitz einer meiner ganz besonders geschätzten Couture-Kundinnen übergegangen. Die Kimono-Form in japanischer Anmutung gibt es auch als indische Variante, bei der die Blende durch eine Sari-Borte gebildet wird - und das Modell völlig anders, seidig-sanfter, wirken lässt.

Das schillernde Farbspiel des changierenden, zweifarbig gewebten Organza-Gewebes aus reiner Seide erinnert an Libellen-Flügel, - und diese Erscheinung wird noch unterstrichen durch eine
chitin-artige Steife aus zartem Glanz und irisierender Transparenz.
Die Farben, Blutrot und Malachitgrün, flirren, tanzen vor den Augen, so, dass sie der Blick kaum einfangen kann. Aus manchem Blickwinkel werden sie unerwartet transparent, - um gleich darauf, durch eine kleine, kaum wahrnehmbare Bewegung, wieder um so intensiver mit Brillanz zu beeindrucken. Was für ein Sinnenrausch...schwerelos...Libellen-Flügel.

Modell Seiden-Organza © KOPF | bekleidungs-manufaktur.de

Freitag, 27. September 2013

Fein-Abstimmung

Atelier-Werkstatt , KOPF | Bekleidungs-Manufaktur

Der Prototyp von Style # 3 war schon ganz gut, - ... aber noch nicht gut genug. Bei den Krägen gibt es ohnehin verschiedene Optionen, hier die Variante " Pondicherry "- Stehkragen mit liegenden Spitzen vorne, und "Fledermaus-Ohren" im Nacken... Photo leider vergessen, quel dommage.
Also die bereits gradierten ( für mehrere Größen berechnete und gezeichnete ) Schnittsätze noch mal vorgeholt......spontaner Zuruf meiner Mitarbeiterin " sieht aus wie Architektur !? ". 
Na, und wie recht sie hat ! Schnitt-Konstruktion funktioniert nun mal nicht nach dem Prinzip Scherenschnitt, sondern als komplexes dreidimensionales Gefüge, d.h. wenn man irgendwo etwas ändert, verschieben sich alle Gewichtungen, die aufeinander aufbauen...exakt so wie in der Architektur.

(..da fällt mir auf, dass ich irgendwann mal die Architektur-Photos von unserem Firmengebäude machen sollte.. FenghShui, Kurven, Linien, Schwünge, noch so ein Projekt würde ich nicht planen wollen - aber ich freue mich, dass es unsere funktionalen und emotionalen Anforderungen erfüllt )

Sieht kompliziert aus dieses Konstruktionszeug ? ... ist es auch. Ich kann nicht behaupten, dass ich meine Zweit-Profession liebe, - aber sie macht mich unabhängig und ermöglicht die absolute Kontrolle über Stand und Fall der Dinge, kurz über das Designobjekt. Es ist ein bisschen so, wie wenn die KFZ-Designer an der Kurve einer Karosserie feilen.. auch wenn es nur "nur " ein Kleidungsstück ist. Passion ist Passion, nicht mehr aber auch nicht weniger.

Atelier-Werkstatt , KOPF | Bekleidungs-Manufaktur


Zugeschnitten, vorgebügelt, genäht |  Kontrolle an der Puppe | Kurven, Schwünge, Linien. Sieht gut aus,- jetzt muss sich das Ganze nur noch verarbeiten und exakt wiederholen lassen. Etwas einmal hinbekommen ist Glück, der Profi kann es jederzeit wieder abrufen und, von welcher Produktionsfirma auch immer, fertigen lassen. 
In der Textilindustrie macht man Schnittkonstruktionen samt Arbeitsblättern, auf denen selbst die Stichlänge festgelegt ist ... dann geht´s damit ins CAD-System. Für meine exklusiv limitierten Modell-Serien brauche ich das Gott sei Dank nicht mehr, aber ein gewisses Mass an Definition ist einfach eine gute, professionelle Arbeitsbasis. Auf meinen analogen Schnitten und Arbeitsblättern stehen neben Verbrauch, Zutaten und Verarbeitung Anmerkungen zu Details, auf die ich besonderen Wert lege ... entschleunigt und authentisch-persönlich.

Modell © KOPF | Bekleidungs-Manufaktur,  Atelier-Werkstatt







Donnerstag, 12. September 2013

Schmuck...Geschmeide...Preziosen...

Choker blauviolett © Bekleidungs-Manufaktur

...gehören ebenso zu meinen sinnlichen Passionen, - wie man schon am aktuellen Blog-Titel erkennen kann. Ohne Accessoires und Schmuck würde der Kollektion ein essentieller Bestandteil in der Aussage fehlen - wie im letzten Post beschrieben, - und so wurde auch prompt nach den Ketten gefragt.

Choker blauviolett © Bekleidungs-Manufaktur

Mein Großvater war Terazzomeister - Marmor, Granit, Travertin seine Profession. Er hatte ein Edelsteinbuch, für mich als Vier-Jährige ein Bilderbuch, mit dem er mir die Steine erklärte...ich habe es noch immer. Und während andere Kinder vorm Spielwarenladen standen, stand ich mit großen, funkelnden Augen vorm Fenster des hochkarätigen Juweliers, einer heute bekannten Schmuck-Manufaktur. Nicht verwunderlich also, dass mein ursprünglicher "Gestaltungs-Berufs-Wunsch" Goldschmiedin war. 
Es sind weniger die Edelmetalle, als vielmehr die Edelsteine, Perlen und Mineralien, die ich so sinnlich-anziehend finde. Auf einer Asien-Reise habe ich in Hongkong farbige Perlenstränge entdeckt : warmes Kupfer-Aprikosen-Gold...nichts Wertvolles, kleine, unregelmäßige Perlchen, durch die nicht mal eine Nadel passt... aber so anmutig schimmernd, in einem teint-schmeichelnden Farbton, der die Haut so schön aussehen lässt.

Choker KupferGold © Bekleidungs-Manufaktur
Mit wenig Ahnung, aber dafür um so mehr Hingabe und Geduld habe ich daraus diese, meine erste Chokerkette gemacht. Eng am Hals anliegend mehrere Reihen hoch - mit Kettenstegen aus Golddraht und innovativ-nicht professionellem Verschluss....dann hatte ich erst mal genug von dem Gefitzel.
...bis ich diese gesehen habe : Perlenstränge in Blau-Violett-Gold-Grün-Braun, schillernd wie unzählige Insektenkörper, geformt wie Tropfen eines mineralischen Öls, am Boden abgeflacht darüber eine pralle Rundung nur gehalten von Oberflächenspannung. Ein paar mal seidig-kühle Perlen-Wonneschauer durch die Hände rieseln lassen, und es war um mich geschehen. So ist der Choker ganz oben, auf "Klimt´schem Gold " entstanden, Details dazu auf dem 2ten Photo.

Mondsteinkette © Bekleidungs-Manufaktur

Eine Mondsteinkette wollte ich haben, doch keine hat mir gefallen. Also habe ich mir, nach kurzer Einweisung durch die Perlenknüpferin meines Vertrauens ( die mir die schönen Perlenschnüre auf dem Blogtitel geknüpft hat ) facettierte Steine bestellt. Die sahen zunächst nach nicht viel aus, milchig-weiß mit farbigen Reflexen, die überraschend aufblitzen. Ich habe lange nach Teilen gesucht , die diesen subtilen Effekt unterstreichen ohne ihn zu überdecken. Indische Silberornamente und Perlen, die ganz und gar unperfekt sind, jede ist anders und hat einen Fehler wie matte Stellen, Strukturen, Einschlüsse wurden die geradezu perfekten Partner. Eine jede wird durch ihren Makel zum einzigartigen Unikat. 

Mondsteinkette © Bekleidungs-Manufaktur

Knapp mehr als zwei Meter Edelsteine scheint mir ein ideales, vielleicht magisches Mass, das sich als lasziv-elegante Kette, als üppiger Wasserfall oder auch als luxuriös-breites Armband tragen lässt. 

Mondsteinkette © Bekleidungs-Manufaktur

Diese rote Jaspis-Kette heißt "an-einem-Strang-ziehen". Sie ist gemacht aus zwei kaputten "Power-Armbändern" (von zwei grund-verschiedenen Menschen, beide Widder-Geborene ) , Jaspis-Strängen mit Einschlüssen und indischem Silber. Ein etwas dickerer Perlenstrang umfasst den Nacken, daraus entspringen( daran ziehen ) die beiden feineren Stränge mit den Ornamentperlen.

Jaspiskette © Bekleidungs-Manufaktur

Wie das angezogen und zusammen mit den Kollektions-Stücken aussieht kann ich sicher mal bei den nächsten Posts zeigen. Persönlich trage ich diese gerne zu khakigrüner Wildseide aber auch zum dicken, schwarzen Pullover in Patent-Strick. 

Jaspiskette © Bekleidungs-Manufaktur

Donnerstag, 29. August 2013

Style # 3 ...taillierte Seiden-Kaftan-Bluse...

Kaftan-Bluse © Bekleidungs-Manufaktur

Nach den ersten Modellen mit "Bling-Bling", Pailletten und Stickerei hier nun ein Schlichtes aus strukturierter, ungefärbter Seide. Diese beiden Pole in der Ausrichtung der Kollektion bedingen sich gegenseitig als Balance-Faktor. Die Opulenz verlangt nach Schlichtheit - das Pure nach Schmuck. Das Eine ist die Bühne des Anderen für eine unterhaltsame Aufführung.

Kaftan-Bluse © Bekleidungs-Manufaktur








Bei diesem puristischen Modell steht das Zusammenspiel von Silhouette, Schnitt-Technik und vielen kleinen Details im Mittelpunkt... ein Beispiel für die Stücke, die in kleiner, limitierter Auflage aufgelegt werden. Die leichte Struktur der Seide entsteht durch Vorwasch-Behandlung und bricht die Eleganz für eine entspannte Wirkung (... und weniger Bügeln entspannt ja sowieso).
Das Besondere - es gibt dazu noch Optionen zu Individualisierung :
* farblich abgestimmte cremefarbene Posamenten-Borte  
* schimmernden Ripsbändern entlang der Säume  
* kleine, aufgestickte, transparente Perlen, wie Tautropfen,    
   oder aber
* ganz pur, mit verdeckter Knopfleiste, breiten Saumaufschlägen und modellierenden Abnähern
...... und richtig viel Schmuck, lange Edelsteinketten im Ethno-Stil, so wäre das Styling gedacht.

Dienstag, 20. August 2013

Style # 1.2 Kaftan-Bluse mit Gold-Paisleys

Modell © Bekleidungs-Manufaktur.de

....und für eine Kaftan-Bluse hat es auch noch gereicht. Ganz casual, mit einer straight-leg Jeans,
wirkt die reiche Ornamentik ganz souverän und selbstverständlich...so wie ich das gerne habe.
Everyday´s  Maharani-Style

Modell © Bekleidungs-Manufaktur.de

Dienstag, 6. August 2013

Style # 4 ...Bias-Cut-Trägerkleid mit Bolero - Jäckchen...

© Bekleidungs-Manufaktur







Ein spontaner Versuch mit einem Saristück, das auf meinem Stapel "zum Schnittkonstruktion ausprobieren" lag - und mit dem ich zunächst keine bestimmte Gestaltungs-Idee verbinden konnte. Der Glanz war mir etwas zuviel, auch wenn er "in echt" wesentlich dezenter ist als auf den Photos.
Die schöne Stickerei aber, mit mattweißen Perlen im Herzen von Paisley-Motiven aus Golddraht, die hatte Etwas......nur nicht zu ernsthaft festlich ..... Leichtigkeit sollte es haben....  - ein schlichtes Sommerkleidchen im Bias-Cut / Schrägschnitt, den Effekt nur am Saum und sonst nichts, das schien mir adäquat.
© Bekleidungs-Manufaktur

Gedacht-gemacht - ich liebe Modelle im Bias-Cut , nicht einfach im Zuschnitt verlangen sie dazu noch Fingerspitzengefühl in der Verarbeitung. In jedem Fall ist es die Mühe wert, denn man wird mit einem Kleidungsstück belohnt, das die Eigenschaft hat sich in fließender Flexibilität dem Körper anzupassen, selbst einfache Gewebe entwickeln hierbei durch Zuschneiden im 45° Winkel zu den Kett- und Schussfäden erstaunliche Dehnfähigkeit, exaktes Arbeiten voraus gesetzt.

Ein nicht definiertes Stück war übrig geblieben, mit richtig viel Stickerei... nach etwas Drapieren an der Schneiderpuppe wurde daraus ein Bolero-Jäckchen mit ungeahnten Fähigkeiten. Zunächst ergänzt es das Sommerkleid aufs Trefflichste als kleine Jacke, die die Schultern bedeckt und im Rücken einen üppigen Wasserfall bildet. Aber auch als selbständiges Accessoire durchaus effektvoll - als breiter Kragen über einem schlichten Teil, - ein echter Hingucker oder seitlich getragen lässt es das Kleid wie Rock mit Top aussehen.
In Tuchform , wie auf dem rechten Photo, unter einer Jeansjacke sicher auch ein stylisher Kontrast.

© Bekleidungs-Manufaktur

Mittwoch, 31. Juli 2013

Holifestival



In Indien gibt es in der Vollmondphase im Februar/März das Fest Holi, zu dem man sich über alle gesellschaftlichen Schranken und Unterschiede in Geschlecht, Alter oder Status oder Kaste hinweg enthusiastisch mit Farbpigmenten bestreut. Es bedeutet den Sieg des Frühjahrs über den Winter, Freude, Liebe und Gleichheit aller Menschen.....die man, so bunt bestreut auch wirklich nicht mehr unterscheiden kann ! Seit letztem Jahr wird dieses ausgelassene Spektakel auch hierzulande in Form von Sommerfestivals adaptiert. Das Intro -Video zum diesjährigen Holifestival hat es mir wirklich angetan - so stimmungsvoll und wunderbar atmosphärisch gestaltet, - die Musik wie ein Fluss auf dem man sich davon treiben lässt.


Es ist natürlich klar, dass diese Events niemals an an dieses Kunstwerk heranreichen - nichtsdestotrotz spontan Ticket gekauft.... und keine Frage, dass ich das ultimative Outfit einfach mal so hervor holen konnte. Das sah sah nämlich schon vorher absolut authentisch so aus, wie alle Anderen nach dem Farbregen, - hat mir schon mal im "lining" einige "credits" eingebracht.... und ist aus einer meiner allerersten Kollektionen. Die Mischung der Farbpigmente Gelb, Blau, Violett und Magenta ergab auf den allermeisten, ursprünglich weißen, Teilen die wunderschönsten Farbverläufe in Grün mit Akzenten in Pink - die Farben des Herzchakras, - wie schön !


Auf den Photos von Holifestival.com sieht es nach mehr Pink aus, - obwohl wir in Saarbrücken alle eher Grün-schattiert waren. Leider hab ich keine Photos von diesen faszinierenden Farbspielen gemacht.. war nur am schauen und hab die ganze Zeit überlegt, wie ich solche Muster auf meine Stoffe bekomme... wäre recht aufwendig diese Verlaufsformen, Meter für Meter , sich nie wiederholend, mit Pigment zu gestalten ..und dann ist da noch die Fixierung.....wäre ein Experiment.


Donnerstag, 25. Juli 2013

Style # 2 ...das zweite Stück...

Sickerei-Detail  © Bekleidungs-Manufaktur.de
© Style # 2 © Bekleidungs-Manufaktur.de


























Ein weiteres Modell, bestickter
Chiffon, - noch bin ich in der ersten Versuchsphase und probiere erst mal mit synthetischen Saris, die nicht minder schöne Styles ergeben.
Der Mantel ist komplett gefüttert
und zeigt in der Bewegung den schönen Dialog zwischen luftiger Transparenz und schwer an der Silhouette herab fließenderer Stickerei, die an byzantinische Ornamentik erinnert.

Nach Sichten und Aufteilen der Ornamentflächen hat sich gezeigt, dass sich dieser Sari am Besten für ein Modell in Größe 46 eignet, - die optimalen Proportionen damit die großzügigen Stickerei-Elemente zur Geltung kommen. Der Sari bestimmt also, was aus ihm wird - man sollte dieser " Formatierung von stillen und expressiven Flächen " keine Modellform aufzwingen, sondern fragen, was an optimalem Ausdruck darin stecken könnte.





© Style # 2 © Bekleidungs-Manufaktur.de



Ob als Abendmantel fürs Theater oder ganz casual im Boho-Style, mit einem schlichten Shirt drunter und einer Jeans - trotz opulentem Dekor wirkt dieser Ethno-Eleganz-Stil unangestrengt.
Diese non-chalente Ausstrahlung liegt sicher auch darin begründet, dass es sich um Vintage-Saris handelt. Die Zeit hat ihre Spuren hinterlassen, - Stickereien sind lose, Perlen fehlen...das Alles wird liebevoll in vielen Stunden restauriert - das wohl aufwendigste an diesen Modellen.  Unvollständige Ornamente am fertigen Teil sind kein Mangel, sondern ein Zeichen von Echtheit, Authentizität - wie die Schrammen an einem antiken Möbelstück.

Mittwoch, 24. Juli 2013

die toskanische Pfalz









Es war diese Aussicht, - in scheinbar endlos hintereinander geschichteten Relief-Schwüngen bis weit nach Frankreich reichend, die mir die Entscheidung dieses Grundstück zu kaufen so leicht gemacht hat.
Natürlich gab es auch rationale Gründe,- wie die optimale Verkehrsanbindung, einen Flughafen direkt vor der Tür und Betriebskosten unter Großstadtniveau. Aber wer braucht schon Ratio wenn das Herz bereits entschieden hat.

Letzten Mai habe ich mit einem lieben Freund eine wunderschöne Reise durch die Toskana zur Designweek in Florenz unternommen. Auf dem Rückweg stand die Sonne tief und tauchte meine heimatliche Umgebung in warmes Orangerot - so konnte ich endlich mal auf das zeigen, was ich gerne "meine Toskana" nenne, - und sie hielt dem direkten Vergleich durchaus stand.

Das Bild ist jeden Morgen ein Anderes und die Musik dazu wäre definitiv Vivaldis "Vier Jahreszeiten". Gerade jetzt im Sommer wechselt die Farbe und Struktur der Felder in einem unglaublichen Tempo, bringt mich immer noch jeden Morgen aufs Neue zum Staunen. 
Vivaldis Sommer ist wohl nicht von ungefähr in G-Moll, lebendig aber etwas bedrückt - wie die schwül-lastende, flirrende Hitze, das reife Getreide, träge Kühe, wilder Mohn und Grillen, die zirpen als gäbe es vielleicht kein Morgen mehr...

Impression meines Zeichentischs, - mit der wahrscheinlich schönsten Aussicht der Welt und einer Sinfonie aus Farbe, vollendender Formgebung und betörendem Duft, - direkt aus dem Garten.
Im Frühsommer, wenn die Lerchen morgens so herzzerreißend und Alles durchdringend singen stehe ich gerne früher auf, - nichts stört dann dieses Ereignis, das sich später im Sommer ganze Nächte hindurch fortsetzt, die Melodie wiederholt sich niemals. Bei jeder neuen, fast flüsternd beginnenden Strophe stockt einem der Atem bei soviel Hingabe. 
Die Atmosphäre ist mit einem Photo nicht einzufangen, - es gehört der immer leichte Wind, das Rauschen der Baumwipfel, die Tauben am frühen Morgen, die Greifvögel, die so elegant ihre Bahnen über die Felder ziehen, das Gezwitscher und nicht zu vergessen die sommerlichen Froschkonzerte dazu.

Ich gebe es offen zu, trotz all dieser Schönheit vermisse ich das Stadtleben, sehr sogar. Aber man kann ja einfach hinfahren zu den Städten/Stätten, die Impulse und Inspiration bieten - nach Paris, Florenz, Berlin, Antwerpen, Stockholm...  zurück kommen und die Augen auf die Augenweide schicken um sich satt zu sehen an unendlichen Weiten mit sanften, "toskanischen Hügeln". Auf diese Weise können die aufgesogenen urbanen Eindrücke ganz wunderbar wirken und sich zu neuen Ideen entfalten.

Der Garten hat sich entschieden ein mediterraner zu werden. Nicht dass wir das geplant hätten, - es hat sich einfach so ergeben. Eine Mischung aus Kultur-und Wildpflanzen, so gibt es neben üppigen Rosen, duftenden Lilien, würzigem Lavendel, glühend rotem Mohn und exotischen Palmlilien auch noch betörende Nachtkerzen( oben rechts ). Ein besonderes Schauspiel - erst in der Abenddämmerung blühen sie auf, so schnell, dass man dabei zusehen kann, der Duft, den sie dabei verströmen ist so intensiv, dass einem die Sinne schwinden könnten...bis zum nächsten Vormittag ist der Zauber dann vorbei.... bis zur nächsten Soirée.


An jedem einzelnen Morgen schweift mein Blick in die Ferne, als allererstes Rituals des Tages, - weiter , immer weiter, - so wie in dem Moment in dem ich dieses Stück Land zu allerersten Mal betreten habe. Es ist als ob der Horizont sich nur für mich allein grenzenlos öffnet. Ich kann es fast fühlen - etwas in die Knie gehen, kraftvoll abstoßen und die, im ersten Moment noch schweren Schwingen weit öffnen.. mit dem Wind im Gefieder ist es dann ganz leicht. Es ist keine spektakuläre Gegend, eher unendlich gut- und sanftmütig, mir fehlt das urbane Leben...aber, - sie verführt dazu Gedanken über sanfte Hügel-Silhouetten fliegen zu lassen, beflügelt die Phantasie, besänftigt das Gemüt, lässt einen durchatmen.... und das Wetter der nächsten Stunden kann ich schon heran nahen sehen, wenn es sich über Frankreich auf den Weg zu uns macht. 



Dienstag, 9. Juli 2013

Style # 1 ...das erste Modell...

© Style # 1 © Bekleidungs-Manufaktur.de , geschütztes Modell,Atelier-Werkstatt

Die Schnittführung ist ganz abgepasst auf das Ornament eines pailletten-geschmückten Stickerei-Chiffons...die Fragmente, die dabei im Korpus-Zuschnitt zunächst übrig bleiben sind dazu bestimmt als Kragen anmodelliert zu werden oder, mit winzigen, unsichtbaren Stichen aufgesetzt, ihren Platz als zusätzliche Schmuckelemente zu finden.
Es ist diese besondere Arbeitsweise beim Verarbeiten von Saris und der Gestaltung dieser Kollektion :
Nichts soll verschwendet werden, ich entwerfe die Silhouette, Form und Fall des Modells. Wenn ich über die Fläche und Ornamentstruktur eines Saris schaue ordne ich bereits Bereiche den Ärmeln, dem Rückenteil... zu  -  die letztendliche Ausführung der Details aber, entwickelt sich erst im Prozess des Zusammenfügens.
Ich versuche heraus zu finden, was in diesem Stück stecken könnte, was es mir erzählt...und das mache ich bei jedem Sari aufs Neue, denn jeder ist anders und einzigartig... so wie jedes Modell.

© Style # 1 © Bekleidungs-Manufaktur.de , geschütztes Modell,Atelier-Werkstatt

Dienstag, 7. Mai 2013

Skizzen, Scribbles, Notizen

Mappen voller Skizzen...schnell mal auf irgendein greifbares Papier notiert...rausgerissen...hingepint,
unbeachtet hängen gelassen...verblichen... thematisch abgelegt...gesucht...wieder gefunden...

"Scribbles" ist für mich eine Mischung aus sketch ( Skizze) und squirrel (Eichhörnchen) ... selbst
die Lautmalerei des Wortes ist überaus trefflich, man hört direkt das aufgeregte Kritzeln des Stifts auf dem Papier!

Diese Papiernotizen hier haben noch nichts mit dem Projekt "Bekleidungs-Manufaktur" zu tun,  - sind einfach die Erstbesten, die mir in die Hände gefallen sind...


Sonntag, 5. Mai 2013

Atelier-Schätze...das Atelier erwacht

Atelier-Werkstatt,  Bekleidungs-Manufaktur

Das Atelier erwacht ... die " schönste Werkstatt der Welt" auf die ich mich so lange gefreut habe wartet auf mich. Leider sind die Umstände so, dass ich immer wieder Alles zur Seite legen muss um Notwendigkeiten zu erledigen. Die Material-Bestände im Lager sind gesichtet, die Maschinen betriebsbereit.
Meine Schätze und Preziosen, Saris, Seiden, Perlen, Borten, Stickereien habe ich um mich herum zu schimmernden Stapeln aufgetürmt, geordnet nach Stoffqualität und Beschaffenheit...und natürlich Farbdialogen. Ein überdimensionales Mood-Board, das neben der visuellen auch noch haptische und olfaktorische Inspiration bietet : darüber streichen und man erfühlt flaumzarten Chiffon, seidenglatten Satin, körnigen Crêpe de Chine, sehnig-gerippte Wildseiden, unzählige Perlen und Ornamentstrukturen.
Und da ist diese ganz besondere Duftmischung - die Körbe sind gefüllt mit der letzten Lavendel-Ernte...einfach kurz schütteln und mit dem Deckel fächern - die Luft ist gereinigt und böse Geister sind vertrieben. Seide hat einen sehr eigenen, markanten Geruch, - nach Hölzern und Gewürzen...passt wunderbar zu den Räucherstäbchen und dem Frangipani-Öl auf meinem Zeichentisch. Der ist auf Mass für mich angefertigt, aus feinfaserigem, rötlichem Holz, nur mit Holzöl behandelt...und als Nächstes sollte ich mich dem Ordnen der drauf gepackten Mappen und Skizzenbüchern, gefüllt Zeichennotizen, widmen.

Bekleidungs-Manufaktur,Atelier-Werkstatt,Saris,Seiden,Perlen,Borten,Stickereien

Donnerstag, 21. Februar 2013

Sari-Preziosen

Saris gibt es in unvorstellbar vielen Ausführungen : von leichten Baumwolltuchen mit kleiner Bordüre bis zu schweren Seiden, bestickt mit Perlen und golddurchwirkt. Manche werden erst gefärbt, dann mit  Handdruck-Stempeln bedruckt und die so entstandenen Motive anschließend mit Perlen und Steinchen kunstvoll bestickt.
Um die Einzigartigkeit eines Modells einschätzen zu können, das aus einem Sari gemacht wird,
muss man um das aufwändige Kunsthandwerk wissen, das in diesen besonderen Stoffen steckt. Schließlich ist es kein Stoff, sondern ein fertiges Kleidungsstück, dessen Form sich aus einer festgelegten Art des Drapierens an den Körper ergibt. Darauf sind auch die verschiedenen Zonen abgestimmt : das prächtige Endstück " Pallu ", das Mittelstück, dessen Ornamente vom Pallu zum Anfang hin immer weniger werden, und die fußläufige Borte.
Man kann sie nicht einfach zerschneiden - das wäre wahrer Frevel. Für mich ist ein Sari ein perfekt aufeinander abgestimmtes Ensemble von Unis, Mustern, Borten, Ornamenten.... Diese Bestandteile kann man in einem Modell-Entwurf einer neuen Bestimmung zuführen. Dabei gilt es sehr sorgfältig zu Planen damit nichts verschwendet wird und jedes Element optimal zur Geltung kommt.

Bernstein-HonigGold mit Perlen- und Glasstäbchen-Stickerei auf DruckstockMotiven



Dieser kobaltblaue Sari ist aus " Paper-Silk ", - in Indien als besonders feine Seidenart geschätzt -
in Europa weniger bekannt und auf Grund des leicht pergamentartigen Griffs fälschlicherweise als
weniger wertvolle Qualität angesehen. Die gedruckten Motive sind mit Seidengarn plastisch hervorgehoben - darüber ein Meer von winzigen Goldperlen. Durchbruch-Stickereien aus Goldgarn in Form von kleinen Fenstern, mit Ziergitter und Perlen, vollenden die verschwenderische Pracht.



Eines meiner Lieblingsstücke :  gedruckte-gemalte Blüten auf  "Paper-Silk" | Perlen-Stickerei | Durchbruch-Stickerei mit Gittern aus filigranen goldenen Fäden   |  Fransen aus kupferfarbenen Perlen mit grün-magenta schimmernden Glasperlen.
...diese Farben wirken durch die matt schimmernde Oberfläche fast wie Malerei auf Leder.
Purpur, Malachitgrün, Zinnoberrot und kräftige, gebrannte Erdfarben entfalten sich auf sandfarbenem Grund wie ein exotischer Garten. Wohl ein antikes Stück, ungebraucht sogar, einige Fransen fehlen, Ornamente sind gelockert...wird liebevoll restauriert.



Farben wie Rosenholz mit Teakholz, Paisleys aus Perlen und Goldgarn




goldene Paisley-Ornamente auf haselnussfarbenem Paisley-Jacquard

Paper-Silk-Karo in Rosenholz mit Blüten und Blättern in Kupfer und Wollweiß

leichter Chiffon in der Farbe von indischem Palisander - das Holz des Paravents dahinter

kakaobrauner Blüten-Jacquard mit Perlen und üppigem, besticktem indischen Torbogen-Motiv 

Pailetten-Sari aus oxidgrünem Chiffon